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Waldmeister-Zucker und warum ich fast ein Lebensmittelunternehmen gegründet hätte

Über Produktideen die man besser schlafen lässt, und ein Rezept das trotzdem bleibt.

Im Mai riecht der Wald nach Waldmeister. Wer das noch nicht gerochen hat: Es ist das Versprechen von Maibowle, Schulhof-Götterspeise und diesem einen Joghurt aus den 90ern, alles auf einmal. Ich stehe dann immer kurz still und atme durch.

Letztes Jahr hatte ich eine Idee. Man könnte doch Waldmeister-Zucker machen. Aromatisierten Zucker, in hübschen Gläsern, für Bioläden. Ich hab tatsächlich zwei Stunden lang Marktrecherche betrieben.

Das Problem mit Produktideen aus dem Wald

Waldmeister enthält Cumarin. Cumarin ist aromatisch und in kleinen Mengen unbedenklich, aber die EU hat Höchstmengen für Lebensmittel – und ein Produkt das “Waldmeister-Zucker” heißt müsste deklariert, analytisch geprüft und auf Cumarin-Gehalte kontrolliert werden. Das hätte ich natürlich googlen können bevor ich zwei Stunden Marktrecherche mache.

Die Idee schläft jetzt. Das Rezept nicht.

Waldmeister-Zucker für den Hausgebrauch

Waldmeister muss vor der Verwendung leicht angetrocknet sein – dann entfaltet sich das Cumarin-Aroma am besten.

Du brauchst:

So geht’s: Den Waldmeister kurz auf einem Handtuch bei Raumtemperatur trocknen lassen, bis er leicht schlaff wird – ein bis zwei Stunden. Dann grob zerschneiden und mit dem Zucker in ein sauberes Glas schichten. Verschließen, drei bis vier Tage stehen lassen, täglich schütteln.

Den Waldmeister abseihen, Zucker trocknen lassen (auf einem Backpapier bei offenem Glas). Fertig.

Schmeckt in Joghurt, auf Erdbeeren, in Sekt. Nicht in großen Mengen – aber das gilt für meisten schönen Dinge.