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Philosophisches

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In Spanien bin ich in einen Baum gelaufen. Einen Pfeifenputzerbaum. Ein halbes Jahr nachdem ich meiner Mutter einen Lilienstrauß aus Pfeifenputzern geknüpft hatte.

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In Spanien bin ich in einen Baum gelaufen.

Genauer: in einen Callistemon. Einen Pfeifenputzerbaum. Stand als Begrünung an einem Holzsteg am Strand, leuchtend rot, völlig unangekündigt. Ein halbes Jahr nachdem ich meiner Mutter zu Weihnachten einen Lilienstrauß aus echten Pfeifenputzern geknüpft hatte.

Das ist Serendipität. Ein Wort das Horace Walpole 1754 erfunden hat, nach einem persischen Märchen über drei Prinzen die auf Reisen ständig Dinge entdecken die sie nicht gesucht haben — durch Aufmerksamkeit, nicht durch Plan. Serendip war der alte Name für Sri Lanka. Die Prinzen kamen von dort. Das Wort blieb.

Was mich daran beschäftigt: Serendipität wird oft mit Glück verwechselt. Aber Glück passiert dir. Serendipität erkennst du. Pasteur hat das besser gesagt als ich es könnte: der Zufall begünstigt den vorbereiteten Geist.

Der Baum am Steg war für die meisten Menschen einfach eine rote Pflanze. Für mich war er ein Echo. Nicht weil ich besonders aufmerksam bin — sondern weil ich kurz vorher mit dem Material in den Händen gesessen hatte.

Ich arbeite nicht gut mit Plänen. Nie wirklich. Lange hab ich gedacht das ist ein Defizit. Inzwischen glaube ich: wer keinen Plan hat durch den er hindurchschauen muss, sieht mehr. Serendipität setzt voraus dass man offen ankommt. Das ist kein Talent. Das ist manchmal einfach wie man gebaut ist.

Vielleicht ist das der eigentliche Mechanismus: nicht suchen, aber so unterwegs sein dass Dinge einen finden können.