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Philosophisches

Donella

Donella Meadows hat Gemüse gezogen. Und nebenbei eines der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts mitgeschrieben.

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Donella

Donella Meadows hat Gemüse gezogen.

Nicht metaphorisch. Sie hat in Vermont eine Farm betrieben, Kolumnen für Lokalzeitungen geschrieben, Tomaten geerntet. Und nebenbei eines der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts mitgeschrieben.

Die Grenzen des Wachstums — 1972, MIT, Club of Rome — beschreibt wie Population, Ressourcennutzung und deren Entsorgung ineinandergreifen. Kein System für sich, sondern die Verkettung von allen. Die Hochrechnungen die dabei herauskommen sind gnadenlos: bei einigen Ressourcen reden wir von wenigen Dekaden.

Ein mir lieber Mensch hat mir das Buch empfohlen mit dem Hinweis, die Eliten hätten das damals gewusst und für sich genutzt. Ich hab’s gelesen und widersprochen. Nicht weil die These falsch klingt, sondern weil das Buch selbst sie widerlegt: Meadows beschreibt ein System das niemand steuert. Kein Elitenclub muss sich absprechen wenn die Anreizstruktur alle in dieselbe Richtung zwingt. Das ist eigentlich gruseliger.

Was mich mehr beschäftigt: Das Buch wird gerne für Paradigmen benutzt die man schon hatte. Verschwörungstheoretiker lesen Beleg. Technologieoptimisten lesen Widerlegung. Meadows selbst hat das wahrscheinlich kommen sehen — sie schreibt ja genau darüber, wie Systeme Informationen filtern, die sie in Frage stellen würden.

Eine Frau, die Gemüse zieht und Weltuntergangsmodelle baut. Ein Buch das jeden bestätigt und niemanden überzeugt.